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Retuschieren der Grünmalerei in den Stichkappen

27.06.2008

Zahlreiche Fehlstellen waren infolge der Zerstörung der Dachflächen und Durchfeuchtung der Gewölbe 1945/1946 in den Fresken der Stichkappen (Grünmalereien) entstanden. Die Restauratoren rekonstruierten 1947 die verlorenen Gemäldeteile auf einem gipshaltigen Kalkmörtel. Die Farbtönung der Grünmalerei wurde auf das Niveau der (infolge von Versinterungen) stark verdunkelten Oberflächen eingestimmt. Im Zuge der jüngsten Restaurierung waren die gipshaltigen Putzschichten und korrodierenden Metallarmierungen zu entfernen und neue Kalkputzlagen (entsprechend den Putzschichten von 1751/52) aufzubringen.

Diese Neuputzstellen konnten nun in erheblich helleren Grüntönen (gemäß Befund der gereinigten und entsinterten Malerei Tiepolos) wieder hergestellt werden. Über einer freskal aufgetragenen und bereits hellgrün eingestimmten Kalkschlämme wurden die verlorenen Gemäldepartien in Stricheltechnik ansatzweise rekonstruiert, um den Inhalt der malerischen Darstellung wieder „ablesen“ zu können. Dabei waren fotografische Aufnahmen von 1944 (Carl Lamb) sehr hilfreich, da diese den Zustand vor der Zerstörung zeigen.


 
Foto: Farbliche Einstimmung und Retusche von Neuputzstellen im Fresko der Stichkappe II. Als Bindemittel der Retuschen wird wiederum Tylose MH 300 verwendet. 


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