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Untersuchung und Behandlung der Hohlstellen des Nordfreskos

07.03.2008

Parallel zu den Arbeiten an den Gemälden der Stichkappen wurden Untersuchungen am Gewölbe, speziell an Mauerwerk und Putzträger des Nordfreskos vorgenommen. Wie auf der Kartierung zu sehen ist, gibt es Schrägrisse und Hohlstellen vor allem über dem gemalten Torbogen, die offenbar mit inneren Spannungen der Mauerschale zusammenhängen. Zur Ermittlung der Schadensursachen war die Untersuchung des dahinter befindlichen Hohlraums erforderlich. Durch eine vorsichtig geschaffene kleine Öffnung im Gewölbescheitel ließ sich eine Kamera einführen und die Innenfläche des Hohlraums fotografieren. Dabei wurde klar, dass die vorgewölbte Mauerschale, auf der sich das Fresko befindet, aus halbsteinstarkem Ziegelmauerwerk besteht und dass zwei in die Schale eingebundene Rippen des Hauptgewölbes den Hohlraum genau an den Risszonen symmetrisch teilen. Vermutlich sind die Schäden auf geringfügige Verschiebungen zwischen einer Rippe und dem Freskoträger, der vorgewölbten Mauerschale, zurückzuführen.

Da seit 1997 (Fotodokumentation und Kartierung) keine Hohlstellen- und Rissvergrößerungen nachweisbar sind, kann davon ausgegangen werden, dass die Schadensdynamik abgeklungen ist. Eine Festigung der Putzschichten in stark hohl klingenden Bereichen wird wiederum mit abgemagertem PLM-A, einem mineralischen Fließmörtel, durchgeführt. Dieses Material verträgt sich mit dem Kalkmörtel der Putzschichten, lässt sich sehr gut in Hohlstellen einspritzen, ist relativ leicht und besitzt gute Elastizitätswerte und Haftungseigenschaften. Um Verschmutzungen auf dem Gemälde zu vermeiden, ist vor der Applikation die Injektionsstelle mit einem flüchtigen Bindemittel abzudichten. Damit keine Feuchteflecken auf dem Fresko entstehen, wird der Hinterspritzungsbereich mit einer Kompresse (Quarzsand-Sepiolith-Gemisch) abgedeckt.


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