
Retuschearbeiten am Brokatfond der Stichkappengemälde
19.02.2008
Nach Stabilisierung und Reinigung der Brokatmalerei mit Abnahme von dunklen Überfassungen werden die Fehlstellen zwischen den stellenweise fleckigen Resten der originalen Malerei mittels Strichretusche zu einer optisch akzeptablen Oberfläche zusammengeführt. Dabei ist die (künftige) Sicht von unten, also aus der Besucherperspektive, für die Beurteilung der Retuschen, ihre Farbanpassung und Goldreflexion entscheidend. Da die Arbeitsgerüste diese Sicht behindern bzw. die Lichtverhältnisse in den Stichkappen ohne Gerüste anders sind, erfordert das Retuschieren besondere Fähigkeiten von den Restauratorinnen und Restauratoren bezüglich Einstimmung der Farbtönungen.

Vor dem Auftrag der Strichretuschen erhält der Neuputz eine Grundierung, schadhafte Putzträger werden ggf. mit Kalkmörtel aufgefüttert und mit einer Kalkschlämme partiell überzogen. Verschiedene Ocker- und Goldfarbtöne kommen bei der lokal angepassten Ausmischung der Retuschen zum Einsatz. Als Bindemittel wird wiederum Tylose MH 300 verwendet.

Das „Zusammenstimmen“ der partiell nur fragmentarisch erhaltenen oder 1947/1951 rekonstruierten Bereiche der Ocker-Gold-Ornamentik schafft die Voraussetzung für die weitere Behandlung der Tugenddarstellungen (monochrome Grünmalerei) in den Stichkappen.
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