
Zum Stand der Arbeiten am Mittelfresko
14.12.2007
Mit Abschluss der diesjährigen Bearbeitung der Tiepolofresken im Kaisersaal sei ein kurzer Blick auf das Hauptgemälde im Gewölbescheitel gerichtet. Nach Herausnahme der Eisenarmierungen und Gipsplomben der Nachkriegsrestaurierung (1947) galt der Stabilisierung der teilweise hohl liegenden Putzschichten besondere Aufmerksamkeit. Die Hinterspritzung mit PLM-A und Schaummörteln konnte im Sommer abgeschlossen werden. Eine Reduzierung leichtlöslicher Salze sowie die Festigung morbider Malschichtzonen war die Voraussetzung für den Einsatz von Ammoniumcarbonat. Ein relativ kleiner Musterbereich am Südrand des Freskos ergab eine erfreuliche Aufhellung. Die über den Goldrahmen greifenden Wolkenpartien, die 1947 fast vollflächig überretuschiert worden waren, konnten freigelegt werden.
Ausgespart bleiben zunächst die großen figürlichen Darstellungen. Der für die Gesamtgestaltung des Mittelfreskos wesentliche zentrale Blaubereich des Himmels zeigte ebenfalls starke Überretuschierungen und Versinterungen. Hier wurde in den letzten Wochen mit erheblichem Aufwand ein optischer Zustand hergestellt, der dem Fresko des 18. Jahrhunderts weitgehend entsprechen dürfte. Wiederum mit Ammoniumcarbonat gelang es, den flächig aufliegenden Schleier zu lüften und ein zartes Himmelblau zum Vorschein zu bringen. Doch es gibt nicht nur im Blaubereich, sondern auch in den anderen Zonen dieses Hauptfreskos noch erheblichen Arbeitsaufwand.
Der erfolgreiche Einsatz von Ammoniumcarbonat ist nicht zuletzt von geeigneten Arbeitsbedingungen und raumklimatischen Verhältnissen abhängig. Möglich wurden er durch eine spezielle Absauganlage sowie (angesichts der niedrigen Temperaturen im ungeheizten Kaisersaal) durch spezielle Infrarot-Strahler, die das Staatliche Bauamt kurzfristig installieren lies.
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